Freitag, 4. Januar 2019

Internet und Telefonieren in Kuba

Essen und Trinken


Arroz a la Cubana in einem Restaurant in Trinidad

Die Grundpfeiler der kubanischen Ernährung sind sehr viel Obst und Gemüse, Fleisch, Eier und Reis.


Reich gedeckter Frühstückstisch in Viñales

Zum Frühstück bekam ich in allen Casas frisches Obst (Papayas, Guaven, Bananen, Melonen, Ananas und was die karibische Insel sonst noch an Früchten hergibt), frisch gepresste Obstsäfte, Eier (als Spiegelei, Eierspeise oder Omelette), Brötchen oder Weißbrot mit Wurst und Käse, oft auch Tomaten und Gurken, Kaffee und manchmal auch Tee. Das Frühstücksbuffet im Hotel war eher amerikanisch, außerdem gab es dort auch Croissants und andere süßes Gebäck.

Kubanische Pizza und deutsches Bier

Nach einem so üppigen Mahl am Morgen war das Mittagessen für mich eher nebensächlich oder ich kaufte mir am Nachmittag eine Kleinigkeit, die dann auch als Abendessen zu verstehen war. In Havanna waren das zumeist getoastete Brötchen mit Wurst, Käse und Salat, in Viñales Reisgerichte, in Cienfuegos Gegrilltes, in Trinidad Pizza oder ein anderes landestypisches Gericht.

Fleisch mit Reis und Kürbispüree

Reisgericht in Cienfuegos: Muy rico!

So richtig zu Abend gegessen habe ich eigentlich nur in meinem Hotel in Varadero, da ich All inclusive gebucht hatte. Es gab immer ein Antipastibuffet, Suppe, Fisch, Fleisch mit Gemüse (Kürbis, Süßkartoffeln, Kohl, Mais ...), Salat und Reis als Beilage und als Nachspeise diverse Kuchen, Obst und Eis. Zugenommen habe ich trotzdem nicht.


Köstlich: Reis mit Huhn und Paprikaschoten in Viñales

Meine Lieblingsgerichte waren Reis mit Huhn und Gemüse, Schweinfleisch in süßsaurer Soße, Pan con Lechón (ein mit warmem, zerkleinertem Schweinefleisch gefülltes Brötchen), das köstliche Süßkartoffelpüree und Jugo de fruta bomba (frisch gepresster Saft aus Papayas).

Kubanischer Kaffee mit Roscas

An Getränken gibt es in Kuba praktisch alles, was wir auch hier bekommen. Leitungswasser ist nicht genießbar, in den Privathaushalten und Hotels wird es abgekocht und/oder gefiltert und kann dann getrunken oder in Flaschen mitgenommen werden. Sicherer ist es, in Flaschen abgefülltes Wasser zu trinken (die Preise für eine 1,5 Liter-Flasche schwanken zwischen 0,70 und 1,90 CUC je nach Standort des Geschäfts, es gibt aber auch 5 Liter-Kanister). An alkoholfreien Getränken gab es Orangen- und Zitronenlimonade, Tonic Water und tuKola (eine Kopie des amerikanischen Coca Cola,die unter der Marke „Ciego Montero“ vom Staatsbetrieb „Los Portales S.A.“hergestellt wird wie auch die anderen Softdrinks.

tuCola, genauso gut wie das Original

Das kubanische Bier "Cristal" ist für unseren Geschmack eher leicht und wässrig, die Sorte "Bucanero fuerte" (Richtpreis ca. 1/1,5 CUC pro Dose) schmeckte mir jedoch sehr gut. Weiters gab es in einigen Lokalen auch Heineken, allerdings um ein Vielfaches teurer. Auch Wein habe ich hin und wieder getrunken, dieser kam allerdings aus Spanien.

Spieß mit Schweinefleisch, Paprika und Ananas, dazu ein kühles "Cristal"

Mein absolutes Lieblingsgetränk war allerdings die "Piña colada", die ich mir abends gerne als Gute Nacht-Drink gönnte. Es gibt sie mit und ohne Rum, ebenso wie viele andere Cocktails. Beim legendären Mojito kam es eindeutig auf das jeweilige Lokal an. Oft ist er stark verwässert und man müsste sicher mehrere davon trinken, um eine Wirkung zu spüren. Das gilt auch für den Cuba libre, den Longdrink aus Cola und Rum.

Mojito - mehr Eis als Rum

Rum und andere alkoholische Getränke, ebenso wie Wasser, Fruchtsäfte, Kaffee und eine kleine Auswahl an Konserven erhält man gegen CUC in den Supermärkten der Kette "Panamericana". Man muss zumeist, wie auch in anderen größeren Läden und Einkaufszentrum, seine Tasche am Eingang bei der Guarda Bolsa (Aufbewahrung) abgeben und darf nur sein Portemonnaie mit hinein nehmen. Diskutieren bringt nichts, in Kuba ist das Usus und wird nicht hinterfragt.

Panamericana-Filiale in Havanna







Mittwoch, 2. Januar 2019

Reise ins Unbekannte: Von Wien nach Havanna


Mit Air France von Paris nach Havanna

Nach einem langen Flug mit Zwischenstopp in Paris bin ich gut in Havanna angekommen und ruhe mich von der langen Reise aus.

Dass in Wien in der Nacht von vorgestern auf gestern ganz plötzlich der Winter ausbrechen und der Flugverkehr stark betroffen sein würde, konnte man vorher nicht wissen und so wurde die ganze Angelegenheit etwas stressig, denn wir flogen erst mit über einer Stunde Verspätung von Wien ab nach Paris.

Winterliche Verhältnisse am Flughafen Wien-Schwechat


Der Pilot konnte auch nicht viel von der Zeit gut machen, und da der Flieger irgendwo weit weg vom Terminal landete und wir zunächst auf Busse warten mussten, wurde es in Paris so richtig spannend, auch da ich wusste, wie riesig der Charles de Gaulle-Flughafen ist.

Aber Ende gut, alles gut. Ich kam zum Gate, als das Boarding schon voll im Gange war, das war aber eher positiv bei der riesigen Maschine, denn ich ersparte mir dadurch eine lange Warteschlange.

Der Flug von Paris nach Havanna verlief ruhig und unspektakulär, das Service war hervorragend und das Essen ausgezeichnet und viel zu viel: Planters Punch zum Aperitif, Chablis zum Cassoulet mit Erdäpfel-Spinat Püree und Linsensalat, Camembert, Dessert, zwischendurch sogar Eis und eine Stunde vor der Landung noch einmal eine leichte Mahlzeit...

Auch in Havanna lief alles besser als erwartet. Die für die Einreise nach Cuba erforderliche Tourist Card hatte ich bereits in Wien bei Thomas Cook, gleich gegenüber dem Check-in Schalter von Air France bekommen. Bei der Immigration waren alle Schalter besetzt und trotz der vielen Fluggäste dauerte das Ganze keine 10 Minuten, genauso wie das Geld umwechseln am Automaten. 

In der Halle wollten mir einige junge Männer ein Taxi anbieten, ich ging aber nach draußen zum offiziellen Taxistandplatz und bekam sofort - und zu einem wirklich guten Preis (25 CUC), was ich wahrscheinlich meinem Outfit als Rucksacktouristin verdanke - eines der gelben Airport-Taxis.

Die Fahrt ins Zentrum durch das nächtliche Havanna vorbei an der Plaza de la Revolution dauerte etwa eine halbe Stunde und der Inhaber meiner Casa wartete bereits auf mich.

Simone - ein Italiener in Havanna

Mit dem Bus nach Viñales

Die Viazul-Busstation in Havanna
Pünktlich um 7:20 holt mich das Taxi von meiner Unterkunft ab. Obwohl: Taxi wäre vielleicht etwas zuviel gesagt: Es ist ein Bekannter von Simone, der sich mit seinem 30 Jahre alten Lada ein wenig Geld dazu verdient. Dem Auto sieht man sein Alter an, Sicherheitsgurt gibt es auch keinen und für den Fahrer gelten offensichtlich keine Geschwindigkeitsbeschränkungen. Gut dass er wenigstens bei Rot anhält.



Nach etwa 20 Minuten komme ich am Busbahnhof an, ein unscheinbares Gebäude, an dem ich allein wohl vorbei gelaufen wäre. Ich gebe dem Fahrer seine 10 CUC und dann verläuft alles rascher als erwartet: Da ich die Fahrt nach Vinales bereits von zu Hause aus über das Internet gebucht habe, muss ich den Ausdruck nur vorlegen und bekomme dann ein neues. Die Abfertigung geht schnell und es gibt keine langen Schlangen bei den Schaltern.

Ich hole mir um 30 Cup noch eine Flasche Wasser und eine Dose Orangenlimonade, beides schön kühl. Auch im Bus ist es kühl, um nicht zu sagen kalt, aber das wusste ich zum Glück aus Reiseberichten anderer Tramper und hatte meinen Pullover und ein Halstuch im Handgepäck dabei.
Die Sitze waren breit und bequem, auf jeden Fall besser als im Economy-Bereich des Fliegers und so konnte ich auch der in 2 Tagen folgenden achtstündigen Fahrt von Viñales nach Cienfuegos getrost ins Auge sehen.

Das "Motorradtagebuch" des jungen Ernesto Guevara

Hier am Busbahnhof bekam ich auch das Reisetagebuch von Che Guevara, das ich in der Stadt vergeblich gesucht hatte.

Die Autobahn in Richtung Pinar des Rios verläuft schnurgerade durch grüne Wiesen und Felder nach Westen. Sie hat 2 Spuren in jede Richtung, ist gut ausgebaut und es gibt kaum Verkehr. Das Geschwindigkeitslimit beträgt hier 100 km/h.  Links und rechts der von Laubbäumen und Palmen gesäumten Straße  sieht man vereinzelte Dörfer, weidende Rinder und Gemüsegärten. Rechts von der Fahrbahn gibt es noch eine weitere Spur für Radfahrer.

Pause in Las Terrazas

Keine Shoppingcenter am Ortsende, keine Reklametafeln am Rande der Autobahn... Dafür Pferdekutschen, Ziegen, ja sogar vereinzelte Hühner. Wie schön, dass Kuba sich noch immer gegen den Kapitalismus wehrt  aber wie lange wird es noch so bleiben?

Auf der Autobahn von Havanna nach Viñales

Nach einer Stunde erreichen wir das Öko-Dorf Las Terrazas. Der Bus hält ca. 20 Minuten, genug Zeit für einen kleinen Spaziergang, eine Erfrischung und einen  Besuch der für kubanische Verhältnisse sehr gepflegten Toilette im Rancho Curujey.

Restaurante "Rancho Curujey"

Ich hatte ursprünglich geplant, hier ein oder zwei Tage zu bleiben, aber kein Quartier zu einem halbwegs vernünftigen Preis gefunden, daher war ich sehr froh, dass ich dieses wunderschöne Fleckchen Erde wenigstens auf diese Art kurz zu sehen bekam.

Pinar de los Rios

Nun noch ein kurzer Halt in Pinar de Los Rios, wir dürfen allerdings nicht aussteigen. Das ist schade,denn soweit ich vom Bus aus sehen kann, hat diese Stadt  nicht nur architektonisch so einiges zu bieten.


Die letzten Kilometer bis Viñales quält sich der alte Bus über Serpentinen bergauf und bergab, dann sind wir am Ziel.

Iglesia del Sagrado Corazón de Jesús  Viñales

Die Bushaltestelle befindet sich direkt im Ortszentrum gegenüber der Kirche und kann ich meine schon von zu Hause aus reservierte Casa leicht zu Fuß erreichen.



Ankunft in Viñales


Die Hauptstraße von Vinales

Der erste Eindruck den ich von Viñales bekam, war eine Traube von Frauen, die bei der Haltestelle des Viazul-Busses mit Visitenkarten in den ausgestreckten Händen auf die Ankunft der Reisenden warteten. Es waren Zimmervermieterinnen, die bereits ab 5 CUC eine Unterkunft in ihrer Casa anboten.

Ich hatte mein kleines Apartment in der Villa dos Marias jedoch bereits von zu Hause aus reserviert und machte mich sofort auf den Weg dorthin.

Villa Dos Marias in Viñales

Das Haus liegt am Ortsrand, etwa 1 km von der Bushaltestelle entfernt, und war leicht zu finden. Die Besitzer, ein junges Ehepaar mit einer 4 Monate alten Tochter, waren sehr freundlich und die Unterkunft für 9 CUC mehr als ok. Sie war mit 2 Doppelbetten, Bad mit Dusche und WC, einem großen Kühlschrank und einer Klimaanlage ausgestattet. Das Frühstück um 4 CUC fiel ebenfalls sehr gut und reichlich aus.

Alles, was das Herz begehrt: Frühstück in meiner Casa

Von dem Städtchen Viñales war ich - auf Neudeutsch gesagt - völlig geflasht: Schöne, bunte Häuser entlang der Straße, auf den Terrassen Schaukelstühle, dazwischen zahlreiche gepflegte Restaurants und Bars, ein kleiner Straßenmarkt mit viel Kunsthandwerk, Hühner, Pferdekutschen, Kühe auf den Wiesen und rundherum hohe Berge. Ein idealer Ort, um Urlaub zu machen, die Gegend zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden und es sich einfach gut gehlen zu lassen ...

Mit der Fähre nach Casablanca


Blick von Casablanca auf den Hafen von Havanna

Um nur 1 CUC gelangt man vom Hafen von Havanna mit der Fähre zur anderen Seite der Bucht in das malerische Fischerdorf Casablanca.

Der "Christus von Havanna"

Auf einem kleinen Hügel, von wo man auch eine phantastische Aussicht auf die Stadt hat und den man nach einem kurzen Fußweg oder mit einem der vielen Oldtimer-Taxis bequem erreichen kann, steht eines der Wahrzeichen von Havanna, eine riesige Christus-Statue aus weißem Carrara-Marmor.

Casa del Che, Casablanca, Havanna

Da Christentum und Kommunismus in Havanna keinen Widerspruch darstellen, befindet sich gleich daneben das "Haus des Che", heute ein Kulturzentrum und Museum. Weitere Sehenswürdgkeiten sind die Festung Fortaleza de San Carlos de la Cabaña und das Castillo de los Tres Reyes del Morro.

Blick vom Malecón auf das Castillo de los Tres Reyes del Morro

Casablanca ist auch der Ausgangspunkt der historischen Hershey Trains in das 92 km entfernte Matanzas. Ich hatte dieses Abenteuer eigentlich auf meinem Plan, doch der Zugverkehr wurde, so erfuhr ich vor Ort, auf unbestimmte Zeit eingestellt.

Derzeit stillgelegt: Der Zug von Casablanca nach Matanzas

Trotzdem: Der Ausflug lohnt sich auf jeden Fall und es gibt hier auch ein paar nette Restaurants und Bars.

Fähre nach Casablanca

Mit einer anderen Fähre kann man übrigens nach Regla fahren und die schöne Aussicht sowohl auf die Hauptstadt, als auch auf Casablanca genießen.


La Rampa, Prachtstraße von Havanna


La Rampa

Die 23. Straße, besser bekannt unter dem Namen "La Rampa", ist eine der Prachtstraßen von Havanna. Hier befinden sich die schönsten Villen, Luxushotels, Ministerien, der Jazzclub "La zorra y El Cuervo", ein Kunsthandwerksmarkt und der berühmte Eissalon "Coppelia".

"Artesania" - Kubanisches Kunsthandwerk


Parque Coppelia

Obwohl die Preise in diesem Eissalon für Kubaner sicher nicht billig sind, stehen die Leute selbst bei großer Hitze bei den Eingängen in langen Schlangen an, denn es darf immer nur ein gewisses Kontingent an Gästen in das Lokal. Natürlich wollte auch ich das berühmte Eis von Coppelia verkosten, gab das lange Anstellen in der prallen Mittagssonne nach etwa einer Viertel Stunde jedoch auf.

Menschenschlange vor dem Eingang zum Eissalon "Coppelia"

Eis von Coppelia habe ich dennoch gegessen - und zwar in Cienfuegos, wo es am Prado ebenfalls eine Niederlassung dieses Eissalons gibt. Hier musste ich mich nicht anstellen und konnte sofort hinein. Ich bestellte einen "Arlequin", das ist ein Becher mit 2 Kugeln Eis nach Wahl (wobei die Auswahl auf 5 bis 6 Sorten beschränkt ist) und einem kleinen Stück Gebäck.

Fazit nach 2 Besuchen: Das Eis ist relativ geschmacklos und besteht überwiegend aus Fruchtsaft und Kristallzucker.

Reges Treiben auf der Rampa



Internet und Telefonieren in Kuba